Flughäfen erwarten spürbares Passagierwachstum im Jahr 2026
Die im Flughafenverband ADV organisierten Verkehrsexperten der deutschen Flughäfen haben unterschiedliche Entwicklungspfade für das kommende Jahr analysiert. Für 2026 geht der Verband von einem Anstieg der Passagierzahlen um 4,2 Prozent aus. Voraussetzung dafür ist, dass die von der Bundesregierung angekündigten Entlastungsmaßnahmen tatsächlich umgesetzt werden und bestehende Wettbewerbsnachteile des Standorts Deutschland weiter reduziert werden.
Im innerdeutschen Luftverkehr wird für 2026 ein Zuwachs von 2,9 Prozent prognostiziert. Deutlich dynamischer entwickelt sich nach Einschätzung der ADV der Verkehr zu europäischen Zielen mit einem erwarteten Plus von 5,2 Prozent. Auch auf der Langstrecke rechnet der Verband mit einer Steigerung des Passagieraufkommens um 3,1 Prozent. Die Nachfrage bleibt vor allem im touristischen und privaten Reisesegment hoch. Dies werde durch aktuelle Ankündigungen von Reiseveranstaltern und weiteren Marktteilnehmern untermauert. Grundlage der Prognose seien insbesondere die geplanten Streckenangebote der Airlines sowie die Nachfrageentwicklung in den einzelnen Marktsegmenten.
ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel bewertet die Zahlen als positives Signal für das Jahr 2026. Er erklärt, dass die Entwicklung von einer stabilen Nachfrage und ersten steuerpolitischen Anpassungen getragen werde. Für das kommende Jahr rechne der Verband mit rund 225 Millionen Reisenden an den Mitgliedsflughäfen. Damit werde etwa 91 Prozent des Passagieraufkommens des Vorkrisenjahres 2019 erreicht. Gleichzeitig weist Beisel darauf hin, dass der Luftverkehrsstandort Deutschland trotz des Wachstums weiterhin strukturelle Nachteile habe. Um neue Strecken an deutschen Flughäfen zu ermöglichen, seien weitere Entlastungen bei Steuern und Gebühren erforderlich. Positiv sei jedoch, dass nach einer längeren Phase politischer Zurückhaltung ein Umdenken erkennbar werde und Flughäfen zunehmend als strategisch wichtige Infrastruktur mit hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung wahrgenommen würden.
Mit dem erwarteten Plus von 4,2 Prozent liegt die ADV-Prognose nur knapp unter der aktuellen Einschätzung des Airline-Weltverbandes IATA, der weltweit für 2026 von einem Passagierwachstum von 4,4 Prozent ausgeht. Die prognostizierten 225 Millionen Reisenden in Deutschland entsprächen damit etwas mehr als vier Prozent des globalen Passagieraufkommens, das für 2026 erwartet wird.
Hoffnung auf Impulse durch den Sommerflugplan 2026
Für den Sommerflugplan 2026 rechnet die ADV mit neuen Bewegungen im Markt. Ausschlaggebend dafür sind mehrere Faktoren: Die geplante Senkung der Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026 dürfte einen Teil der bestehenden Standortnachteile abmildern. Zudem stehen zusätzliche Flugkapazitäten zur Verfügung, da zuvor aufgrund von Triebwerksproblemen außer Betrieb genommene Flugzeuge wieder eingesetzt werden können. Darüber hinaus signalisieren Airlines ihre Bereitschaft, bestehende Flugpläne anzupassen, sofern sich die Rahmenbedingungen nachhaltig verbessern. Beisel betont abschließend, dass der Sommer 2026 zu einem Wendepunkt werden könne, wenn die aktuellen politischen Signale in eine verlässliche und langfristige Standortpolitik überführt würden.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von ADV Deutsche Verkehrsflughäfen/Veröffentlicht am 05.01.2026
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