Flugsommer 2025: Weniger Ausfälle, aber Pünktlichkeit bleibt Europas Problem
Der Reisesommer 2025 zeigt ein zweigeteiltes Bild: Zwar gingen die kurzfristigen Flugstreichungen im Vergleich zum Vorjahr zurück, doch bei den Verspätungen blieb die Lage angespannt. Viele Fluggäste mussten weiterhin mit langen Wartezeiten am Gate oder auf dem Rollfeld rechnen. Während einige Airlines und Flughäfen Stabilität bewahrten, sorgten andere mit hohen Verspätungsquoten für Frust bei Millionen Passagieren. Fluggastrechtsexpertin Feyza Türkön von Flightright bewertete die Lage und stellte heraus, welche Gewinner und Verlierer es in diesem Sommer gab.
Nach Einschätzung von Türkön sei deutlich geworden, dass Verspätungen für Reisende inzwischen zur Normalität gehören. Zwar seien die Ausfälle rückläufig gewesen, doch an manchen Flughäfen habe sich die Pünktlichkeit sogar verschlechtert. Für viele Urlauber habe dies bedeutet, dass der Start oder das Ende ihrer Reise von stundenlangem Warten begleitet wurde. Betroffene sollten daher ihre Ansprüche unbedingt prüfen.
Deutsche Flughäfen: Berlin verbessert sich – aber Verspätungen bleiben hoch
In Europa zeigten die Airports sehr unterschiedliche Entwicklungen. Bei den Stornierungen war eine positive Tendenz sichtbar: Paris Charles de Gaulle, Amsterdam und London Heathrow verzeichneten die höchsten Quoten. In Deutschland verbesserte sich die Situation deutlich: Während Berlin-Brandenburg im Vorjahr mit einer Quote von über 3 % noch die rote Laterne trug, lag der Wert 2025 bei 0,91 %. Frankfurt und München reihten sich auf den Plätzen zehn und elf ein.
Bei den Verspätungen dagegen blieb das Bild wenig erfreulich. Zwar sank die Quote in Deutschland leicht, doch knapp 30 % aller Flüge von den größten Airports starteten immer noch verspätet. Besonders kritisch war die Lage in Lissabon, Athen und Manchester, wo fast jeder zweite Abflug verspätet startete. Türkön machte deutlich, dass trotz Verbesserungen bei Streichungen die Pünktlichkeit weiterhin das größte Problem im europäischen Luftverkehr darstellt.
Europa im Vergleich: Streiks sorgen für Chaos
Ein Blick auf die Länder zeigt große Unterschiede: Finnland und Frankreich lagen bei den Ausfällen vorn – vor allem wegen wiederholter Streiks, die auch die Pünktlichkeit massiv beeinträchtigten. Rund 35 % aller Abflüge in Frankreich waren verspätet. Deutschland kam bei den Stornierungen ins Mittelfeld, kämpft aber weiterhin mit vielen verspäteten Abflügen. Positiv fielen dagegen Norwegen, Schweden und Dänemark auf, die sowohl bei Ausfällen als auch Verspätungen mit besonders niedrigen Quoten überzeugten.
Airlines im Vergleich: Billigflieger unzuverlässig
Bei den Fluggesellschaften zeigten sich ebenfalls klare Unterschiede. Air France und KLM führten die Statistik bei den Ausfällen an, während EasyJet und Ryanair zwar weniger Flüge strichen, jedoch fast jeden zweiten Abflug verspätet starten ließen. Lufthansa bewegte sich bei den Stornierungen im Mittelfeld, hatte aber ebenfalls Probleme mit der Pünktlichkeit: Mehr als jeder vierte Flug startete nicht planmäßig. Laut Türkön waren es vor allem die Billigflieger, die für Unsicherheit bei Reisenden sorgten.
Verbraucherschutz in Gefahr: EU plant Abschwächung der Rechte
Trotz sinkender Stornierungen waren weiterhin Millionen Passagiere in Europa von langen Wartezeiten und verpassten Anschlüssen betroffen. Vor diesem Hintergrund erscheint die geplante Lockerung der Fluggastrechte besonders brisant. Die EU diskutiert derzeit über eine Verlängerung der Entschädigungsschwellen auf vier bis sechs Stunden sowie über Einschränkungen bei den Fristen und Definitionen außergewöhnlicher Umstände. Dies würde nach Einschätzung von Flightright zu einem massiven Rückschritt im Verbraucherschutz führen, da ein Großteil der heutigen Ansprüche entfallen würde.
Entschädigungen: Airlines oft langsam
Im Juli 2025 untersuchte der Flightright-Index, wie schnell Airlines fällige Entschädigungen auszahlen. Dabei erhielten Turkish Airlines, Vueling und Ryanair die schlechteste Bewertung. Lufthansa, Condor, Austrian und British Airways lagen im Mittelfeld. Am besten schnitt Discover Airlines ab, die mit fünf Sternen eine vorbildliche Auszahlungspraxis zeigte.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von flightright/ Veröffentlicht am 16.09.2025
Flughafenverband fordert Entlastung im Bundeshaushalt
Mit der sogenannten Schlussrunde werden am Freitag die Beratungen über die Einzelpläne des Bundeshaushalts zunächst abgeschlossen. Anschließend gehen die Etatentwürfe zur weiteren Beratung an den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages. Damit...
Flughäfen begrüßen weniger Bürokratie im Verkehr
Das Bundeskabinett hat das vom Bundesministerium für Verkehr eingebrachte Gesetz zum Bürokratierückbau im Verkehrsbereich sowie die dazugehörige Verordnung beschlossen. Mit dem Maßnahmenpaket sollen Verwaltungsabläufe vereinfacht, Berichtspflichten verringert, nationale Sonderregelungen abgebaut...