Kerosinknappheit treibt Flugpreise in Europa nach oben

Gast am Flughafen
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Der Konflikt im Nahen Osten könnte den europäischen Luftverkehr in der Hauptreisezeit spürbar unter Druck setzen. Engpässe bei Kerosin sorgen bereits für deutlich steigende Treibstoffkosten, höhere Ticketpreise und erste Kürzungen bei Flugkapazitäten auf Kurzstrecken. Trotz einer insgesamt eher verhaltenen Reiselust in Europa könnten einzelne Urlaubsregionen im Süden des Kontinents von veränderten Reiseentscheidungen profitieren. Vor allem in Spanien, Portugal, Italien und Griechenland ist die Nachfrage zuletzt gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Kreditversicherers Allianz Trade.

Nach Einschätzung von Allianz Trade gehört Deutschland zu den Ländern in Europa, die besonders stark auf importiertes Kerosin angewiesen sind. Bereits im vergangenen Jahr habe es einen Versorgungsengpass von rund 100.000 Barrel pro Tag gegeben. Das bedeute, dass der inländische Verbrauch die heimischen Raffineriekapazitäten übersteige und Deutschland deshalb auf Lieferungen aus dem Ausland angewiesen sei. Innerhalb Europas sei nur Großbritannien noch anfälliger für Störungen in den Lieferketten.

Europa deckt nach Angaben von Allianz Trade lediglich etwa 50 bis 60 Prozent seines Kerosinbedarfs aus eigener Produktion. Gleichzeitig seien die Lieferungen aus dem Nahen Osten infolge des Konflikts massiv eingebrochen. Selbst stark gestiegene Importe aus den USA könnten diesen Rückgang nicht annähernd ausgleichen. Im März hätten sich die US-Importe gegenüber dem Vormonat zwar stark erhöht, doch die kombinierten Einfuhren aus den USA und dem Nahen Osten hätten im April dennoch mehr als 80 Prozent unter dem Vormonatsniveau gelegen. Dadurch würden die Lagerbestände rasch sinken, während das Risiko einer tatsächlichen Knappheit im Frühsommer wachse.

Seit Beginn der Krise haben sich die Kerosinpreise laut Analyse in etwa verdoppelt. Auch die Raffineriemargen seien zeitweise auf mehr als 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Für Fluggesellschaften hat das direkte Folgen, da Treibstoff rund ein Drittel ihrer Betriebskosten ausmacht. Allianz Trade geht davon aus, dass Airlines deshalb ihre Kapazitäten gezielt anpassen und gestiegene Kosten an die Passagiere weitergeben. Besonders für kurzfristig geplante Reisen dürften die Sommerferien dadurch deutlich teurer werden.

Internationale Flugpreise sind nach Einschätzung des Unternehmens bereits um 5 bis 15 Prozent gestiegen. Hinzu kommt, dass viele Fluggesellschaften wieder separate Kerosinzuschläge verlangen. Auf Kurz- und Mittelstrecken bewegen sich diese demnach zwischen 20 und 60 US-Dollar, auf Langstrecken zwischen 80 und 150 US-Dollar. Auch zusätzliche Kosten für Gepäck oder Sitzplatzreservierungen wurden zuletzt vielerorts angehoben.

Bei den Flugkapazitäten bleiben die angekündigten Kürzungen in Europa bislang vergleichsweise begrenzt. Nach Angaben von Allianz Trade liegen sie derzeit bei etwa 2 bis 5 Prozent. Statt flächendeckender Einschnitte werde bislang vor allem das Streckennetz optimiert. Betroffen seien vor allem Verbindungen zu Randzeiten, kurze Strecken und kleinere Flughäfen. Besonders unter Druck stehen dabei Billigfluggesellschaften, die mit geringen Margen arbeiten und auf manchen Strecken in Deutschland zusätzlich mit der Bahn konkurrieren.

Ein Teil der Nachfrage verlagert sich in der aktuellen Lage weg von teuren Fernreisen hin zu näher gelegenen Zielen. Davon könnten vor allem klassische Urlaubsregionen in Südwesteuropa profitieren. Nach den ausgewerteten Buchungsdaten deutet sich für Spanien ein Nachfrageplus von 32 Prozent im Jahresvergleich an. Für Italien, Griechenland und Portugal wird ein Zuwachs von jeweils rund 20 Prozent genannt. Gleichzeitig rechnen die Analysten damit, dass nicht alle Reisenden auf andere Ziele ausweichen. Angesichts steigender Energiepreise, anhaltender Inflation und einer schwachen Konsumstimmung dürften manche Haushalte ihre Reiseausgaben insgesamt reduzieren. Deshalb erwarten sie auch keinen automatischen Aufschwung für den Inlandstourismus in Deutschland.

Eine rasche Normalisierung ist aus Sicht von Allianz Trade nicht zu erwarten. Selbst wenn sich die Lage rund um die Straße von Hormus kurzfristig entspannen sollte, dürfte es nach Einschätzung des Unternehmens noch drei bis sechs Monate dauern, bis Förderung und Raffinerieauslastung im Nahen Osten wieder weitgehend normale Werte erreichen. Für Reisende in Deutschland bedeutet das, dass Fliegen vorerst spürbar teurer bleiben dürfte. Die Auswirkungen auf Preise und Angebot würden damit voraussichtlich über die Ferienzeit hinaus anhalten.

Besonders schwer könnte die Krise den Tourismus im Nahen Osten treffen. Noch vor der aktuellen Eskalation war für das Jahr 2026 in der Region ein Wachstum der internationalen Ankünfte von 13 Prozent erwartet worden. Bereits 2025 lagen die Zahlen demnach dank Visareformen und umfangreicher Investitionen 51 Prozent über dem Niveau von 2019. Sollte der Konflikt jedoch noch einen weiteren Monat andauern, rechnet Allianz Trade stattdessen mit einem Rückgang der Touristenzahlen um 25 bis 30 Prozent im Jahresvergleich. Daraus könnte sich ein Verlust von rund 60 Milliarden US-Dollar an Tourismuseinnahmen im Jahr 2026 ergeben.

Besonders anfällig sind kleinere Volkswirtschaften, in denen der Tourismus einen hohen Anteil an der Wirtschaftsleistung ausmacht. Im Libanon trägt der Sektor 9,1 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, in Bahrain 7,1 Prozent, in den Vereinigten Arabischen Emiraten 6,2 Prozent und in Jordanien 5,9 Prozent. Diese Länder sind daher besonders empfindlich gegenüber plötzlichen Einbrüchen bei Besucherzahlen, Deviseneinnahmen und der Nachfrage im Gastgewerbe.

Die Folgen des Nahostkonflikts reichen nach Einschätzung von Allianz Trade zudem weit über die Region hinaus. Zwar entfalle nur etwa ein Zehntel der weltweiten Flugkapazität direkt auf Verbindungen in die Konfliktzone, doch der Nahe Osten sei ein zentraler Knotenpunkt des internationalen Luftverkehrs. Deshalb könnten Störungen dort überproportional starke Auswirkungen auf Langstreckenverbindungen und Touristenströme in andere Regionen haben. Besonders betroffen seien Verbindungen zwischen Europa und Asien, aber auch Reiseziele in Afrika und im Indischen Ozean.

Zu den Ländern und Destinationen, die stark auf Langstreckenflüge über Drehkreuze im Nahen Osten angewiesen sind, zählen unter anderem die Seychellen, die Malediven, Mauritius, Thailand, Indonesien, Australien, Singapur und die Philippinen. In diesen Ländern reagiert die touristische Nachfrage besonders sensibel auf Veränderungen bei Flugverbindungen. Bereits leichte Steigerungen bei Treibstoffkosten oder längere Flugzeiten können dort direkte Folgen für die Besucherzahlen haben. Das gilt in besonderem Maße für Inselstaaten wie die Malediven, die Seychellen und Mauritius, deren Wirtschaft in hohem Maß von Einnahmen aus dem Tourismus abhängt.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Allianz Trade/Veröffentlicht am 29.04.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.

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